HiSV2: 4-4 in Gifhorn

Heute ging es nach Gifhorn gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Wir hatten ein starkes Team am Start, aber auch Gifhorn bot alles auf, was sie hatten. Der Plan war klar, an den oberen Brettern möglichst gut dagegenhalten und an den unteren 4 Bretter den Sieg einfahren. Ich selbst brauchte diesmal nicht spielen, war aber als MF vor Ort und konnte alle Partien in Ruhe verfolgen. Die Erste Mannschaft spielte zeitgleich gegen Gifhorn 1 und so gab es einen regen Austausch zwischen beiden Spielräumen.
Nach einer guten Stunde sah es an den meisten Brettern noch recht ausgeglichen aus, nur bei Werner an Brett 1 sah ich plötzlich eine ganze Figur weniger auf seiner Seite, das sah natürlich nicht mehr so gut aus gegen die starke Nummer 1 der Gastgeben. Uwe und Helge spielten schön nach vorne und gewannen Raum. Bei allen anderen Brettern war noch alles in Ordnung. Dann wurde es bei Stephan an Brett 3 brenzlig. Nach einer ruhigen Eröffnungsphase übernahm sein Gegner die Initiative, drang mit seinem Turm auf der 2.Reihe ein und fesselte einen Läufer vor der Dame. Das sah gefährlich aus. Und tatsächlich schaffte es sein Gegner mit seiner Dame, einen Springer und dem starken Turm einen nicht mehr zu parierenden Angriff zu starten und so lagen wir nach 2 Stunden 0-1 hinten. 
Kurz darauf patzte Marco an Brett 8, verlor 2 Bauern und stand mächtig unter Druck. Auch Rüdiger lag materiell schon leicht hinten. Daniel und Niklas standen noch ausgeglichen. Einzige Lichtblicke zu diesem Zeitpunkt waren Helge und Uwe. Helge schob nach und nach seine verbundenen E- und D-Bauern nach vorne. Das sah gut aus. Als beide Bauern dann die 7.Reihe erreichten war die Umwandlung nicht mehr zu stoppen. Stark vorgetragen Helge, das war das 1-1. 
Werner kämpfte so gut es ging, aber irgendwann entschied die Minusfigur die Partie und es stand 1-2. Bei Marco zog sich die Schlinge auch immer weiter zu. Er versuchte dann in Zeitnot noch einen Mattangriff, der auch vielversprechend aussah. Als dann aber der Damentausch erzwungen wurde war die Partie verloren und es stand 1-3. Eigentlich wollten wir ja gewinnen um uns Luft zu verschaffen, aber das sah leider gar nicht gut aus. 
Nun schlug die Stunde von Rüdi. Es gelang ihm trotz materieller Unterzahl gefährliche Drohungen aufzustellen. Sein Gegner patzte und zog seine Dame zum Decken der Drohung vor seinen König und Rüdi konnte nun mit seinem Turm die Dame fesseln und erobern. Starker Konter Rüdiger, das war das 2-3 und ein Hoffnungsschimmer. Leider kippte kurz darauf bei Daniel die Partie und als er im Endspiel angekommen war entschied der gegnerische Freibauer auf der h-Linie die Partie gegen ihn, 2-4! Damit war der erhoffte und so wichtige Sieg nicht mehr möglich. Aber ging noch eine Schadensbegrenzung?
Uwe stand nun klar besser und hatte 2 Bauern mehr, das sollte im Endspiel doch reichen. Bei Niklas war es noch unklar. Er hatte einen Freibauern auf der C-Linie gebildet, den er bis auf die 2. Reihe gedeckt von seinem Turm auf C1 nach vorne schob. Aber wie geht es weiter? Nun gab ihm sein Gegner mit einen schwachen Bauernzug die Möglichkeit die Partie zu entscheiden. Er griff mit seinem Turm den hängenden G-Bauern an, sein Gegner musste den Bauern auf C2 schlagen und Niklas schlug den G-Bauern mit Schach und gewann den F-Bauern gleich mit. Nun hatte er 3 verbundene Bauern am Königsflügel gegen einen E-Bauer. Der Rest war Endspieltechnik, stark vorgetragen und es stand 3-4. 
Uwe stand bereits klar auf Gewinn, aber sein Gegner spielte bis zum bitteren Ende. Selbst als Uwe mit Dame und Läufer gegen den blanken König vorrückte wurde noch nicht aufgegeben. 2 Züge vor dem Matt dann aber doch. Das war das 4-4, immerhin, aber eigentlich zu wenig für uns. Damit bleiben wir Vorletzter und müssen in den 3 schweren letzten Spielen noch irgendwo Punkte einsammeln um noch Platz 8 zu erreichen. 
Da zusätzlich auch unsere Personaldecke dramatisch dünner wird, müssen wir nun alle an einem Strang ziehen um die Klasse noch zu halten. Was mir Mut macht ist die Tatsache, dass wir es auch in letzten Jahren immer wieder geschafft haben, also 3 Chancen haben wir noch, Mund abputzen und weiter machen! 
Die Erste hat übrigens parallel 4,5 zu 3,5 gewonnen und anschließend haben wir den Tag noch gemeinsam bei Griechen in Gifhorn ausklinge lassen.