HiSV 1: 4,5 zu 3,5 Sieg in Gifhorn

An diesem schönen Frühlingstag machten wir uns auf den Weg ins entfernte Gifhorn. 

Dort steckte die Spielgemeinschaft Gifhorn/Wolfsburg in großer Abstiegsgefahr. Es war uns klar, dort gibt es nichts geschenkt. 

Aber das stimmte nicht ganz, unser Edelfan Stephan Brandes war auch vor Ort und reichte uns nach der Partie ständig kühle Getränke nach. Man muss viel trinken beim Sport, gab er uns zum Rat.

-Recht hat er- 

Mit diesem Support von Stephan und Matze (die Zweite spielte parallel im Nebenraum gegen die Zweite von Gif/Wob, ließ es sich unser Vorsitzender nicht nehmen, unsere Mannschaft zum Sieg zu brüllen) hatten wir gefühlt ein Heimspiel. 

Axel und Andre ließen mit Schwarz überhaupt nichts zu und steuerten ihre Partien sanft in den Remishafen. 

Daniel, diesmal an Brett 5, kam durch eine scharfe Variante früh in Vorteil. 

Im Mittelspiel gab es zur Belohnung einen Bauern, den es jetzt im Endspiel in einem Sieg umzumünzen galt. Trotz aller Bemühungen kam unser Youngstar nur zu einer Punkteteilung. 

Aber alles gut. Es war wieder eine ordentliche Partie.

Schon seit Woche ist das Trikot von Haschem im Fanshop vergriffen! "Wir kommen einfach nicht mehr hinterher", ließ man mich von der Merchandising Abteilung wissen. 

Heute sah man auch wieder warum! Mit einem unbekümmerten "voll auf die Fresse Haudrauf Schach" zerfetzte er die Weiße Stellung mit einem sehenswerten Qualitätsopfer. Mit dieser Brutalität kam sein Kontrahent nicht zu recht und musste im tosenden Matt Angriff die Uhr anhalten. 

Unser Haschem ist nicht nur Topscorer der Mannschaft sondern gehört auch noch zu den Punktbesten in der gesamten Liga!

-Läuft bei ihm ;-)

Aber auch uns Uwe machte heute vieles Richtig. Es kam früh zu Verwicklungen und so richtig wusste man nicht, wer da das längere Ende für sich behält. 

Unser Brett 4 kam durch geschicktes Abtauschen der Figuren nie wirklich in Verlust Gefahr. Am Ende gab es ein solides Remis. 

Gute Leistung lieber Uwe. 

3-2 lagen wir nun vorne.

Stephan reichte mir noch schnell ein Kaltgetränk. Um die Nerven zu beruhigen. Ich maulte ihn noch kurz an, warum er nur 0,33 Liter Dosen im Sortiment hatte, aber nachdem er mir die Funktionalität seiner neuen, aus dem Darknet geschoppten Kühltasche präsentierte, hebte ich entschuldigend die Hand.

Aber jetzt schnell wieder rein, die Zeitnotphase fängt an. 

Und da war richtig Musik drin. 

Dirk knüpfte an seinen guten Leistungen aus den letzten Runden nahtlos an. Mit den weißen Steinen kam er problemlos früh in Vorteil. Nach einem Bauern Gewinn sah es richtig gut aus. Dem Gegner lief die Zeit davon und Dirk musste nur irgendwie den Sack zu machen. 

Nun kam es leider zum Phänomen was jeder Schachspieler schon mal erlebt hat. Die Partie läuft perfekt, die Sonne scheint, dass Kaltgetränk schmeckt, dem Gegner an die Wand gespielt, riesen Zeitvorsprung rausgeholt und jetzt noch ein paar vernünftige Züge finden und: Siegerehrung! 

Leider sah die Praxis anderst aus. Dirk fand nicht die besten Züge, dem Gegner gelang jetzt alles, der Zeitvorsprung verschwand und plötzlich war die Parte um. Schade Dirk! Das nächste Mal läuft es wieder besser!

3-3 Ausgleich Paukenschlag. 

Nachdem Frank letzte Runde aussetzen musste, ließ er heute für uns die Püppchen tanzen. Und das sah auch richtig gut aus. Unser Spitzenspieler beherrschte mit seinem Springern das komplette Brett. Im Mittelspiel wurde ein starker Freibauer erkämpft. Der Wolfsburger verteidigte sich geschickt und Frank konnte den Druck nicht weiter erhöhen. Auch hier gab es die Punkteteilung. 

Vorhang auf, Bühne frei: Die Bernhard Hoffmann Show beginnt!

Alle Augen waren jetzt auf ihn gerichtet. 

3,5 zu 3,5 

Alles war möglich. 

Der Hildesheimer glänzte in der Eröffnung, brillierte im Mittelspiel.

Und niemand würde daran zweifeln, dass nur er heute als Sieger den Raum verlassen wird. Leider wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. 

Bernhard hatte eine Schwäche Phase. 

Der Freibauer war plötzlich weg. 

Es wurden weitere Figuren getauscht und obwohl Bernhard eine Qualität mehr hatte, war das alles nicht so klar. Aber nachdem ein guter Plan gefunden wurde, konnten wir doch den Mannschaftskampf gewinnen. 

Als Fazit würde ich behaupten, dass der Sieg vollkommen in Ordnung geht. 

Nächstes Mal geht es zum Lister Turm nach Hannover. 

Einer der größten Vereine in Niedersachsen, die heute 0-8 kampflos gegen unseren direkten Aufstiegs-Kontrahenten verloren haben. 

Man konnte jetzt denken, dass am Samstag Abend noch drei Leute krankheitsbedingt abgesagt haben.

Oder so. 

Aber nein...dieser Kampf wurde schon am Dienstag für verloren gemeldet.

Keine Ahnung was man davon halten soll. 

Ich hoffe einfach, dass dieses Ergebnis am Ende nichts mit dem Auf und Abstieg zutun hat.