Damen-Team am 3. Spieltag: Wanderer kommst du nach Sparta

Wohl wissend, dass jede einem Gegner gegenübersitzen wird, der ca. 300 bis 400 DWZ-Punkte mehr hat als sie selbst, haben sich vier tapfere Frauen: Nibal, Uschi, Sabine und ich (Doreen) auf den Weg nach Bovenden gemacht, wie der Spielplan es befahl.

Unterwegs hatten wir Galgenhumor: Sollte eine von uns wider Erwarten gewinnen, muss sie mit dem Zug nach Hause fahren, damit sie nicht die Trauerstimmung auf der Rückfahrt verdirbt. Um es kurz zu machen, wir sind zu viert wieder in Hildesheim angekommen.

Bei meinem ersten Rundgang sah alles noch ganz harmlos aus. Nibal und Sabine hatten jeweils einen Bauern weniger als ihre Gegner, aber bei Uschi sah alles einwandfrei aus. Beim zweiten Rundgang, fehlte bei Nibal schon ein ganz kleiner zweiter Bauer. O.k., die Partie von Nibal war nicht zu retten und der erste Punkt ging nach Bovenden.

Dann hat Uschi leider einen Angriff übersehen und musste ebenfalls einen klitzekleinen Bauern geben, im Eifer der Verteidigung hat sie leider übersehen, dass nicht nur ihre Dame angegriffen war, sondern der angreifende Läufer gabelte zusätzlich auch ihren Turm. Anstatt diesen mit der Dame beim Wegziehen zu decken, zog sich die Dame einen Zug zu kurz zurück und der Turm fiel ersatzlos. Der Rest dauerte zwar noch einige Zeit, war aber für den ohnehin deutlich DWZ-stärkeren Gegner keine große Herausforderung mehr.

Sabines Gegner bewies Nerven. Sabine hat im 19.-ten Zug zweizügig ihre Dame eingestellt, was ihr Gegner glücklicherweise übersah und so kam sie noch einigermaßen heile aus dem Angriff raus, Kreisklasse eben. Letztendlich brach aber auch ihre Stellung zusammen und als Uschi ihrem Gegner zum Sieg gratulierte, tat Sabine es ihr gleich.

Und ich (Doreen), ich hatte einfach Glück. Ich hatte letzte Woche bei den Vereinsmeisterschaften gegen Rüdiger antreten müssen und da ich früher mal beobachtet hatte, dass Rüdiger mit schwarz gegen 1 d4 Königsindisch gespielt hat, habe ich mich intensiv auf Königsindisch vorbereitet. Rüdiger hat dann den Nimzoinder gespielt, aber mein heutiger Gegner mit DWZ 1717 hat die königsindische Verteidigung gegen mich gewählt und ist frontal in meine Vorbereitung gelaufen. Als er gegen den Vierbauernangriff seinen Springer statt nach a6 nach c6 gestellt hat, konnte ich das ausnutzen und er hat zwei Tempi verloren. In für Weiß leicht besserer Stellung bei materieller Ausgeglichenheit, haben wir uns auf Remis geeinigt. So hat die Damenmannschaft einen halben Ehrenpunkt und ich durfte mit dem Auto wieder mit zurück nach Hildesheim fahren.